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Spielen

Wenn wir von Musik und Musikinstrumenten sprechen, dann heißt es bezeichnenderweise, "ein Instrument spielen". Es heißt nicht "ein Instrument üben".

Was aber genau bedeutet spielen?

Ich war irgendwann bei Seth (Jane Roberts) auf den Gedanken gestoßen:

"If you know, how to play, you dont need to know, how to work."

Wenn du weißt, wie man spielt, dann brauchst du nicht wissen, wie man arbeitet.

Infolgedessen hatte ich mir jahrelang die Frage gestellt: "Was genau bedeutet eigentlich spielen?"

Jahre zuvor war ich im Zusammenhang mit meiner Arbeit als Softwareentwickler bereits auf einen anderen Zusammenhang gestoßen:

Ich hatte immer die Vorstellung gehabt, wenn ich ein bestimmtes Vorhaben umsetzen möchte, z.B. ein Softwareprogramm herzustellen, dann müsste ich mich irgendwie anstrengen, dieses Werk hervorzubringen. Das Herangehen an ein solches Vorhaben war immer mit einer bestimmten Art von innerem Kraftakt verbunden.

Und dann entdeckte ich aber eines Tages

Es wächst von ganz allein!

Ich muss nur ohne jede Mühe und Anstrengung meine Aufmerksamkeit auf das Vorhaben ausrichten und dann kommen ohne jeglichen Kraftakt einfach so Ideen, Eingebungen, Hinweise und Handlungsimpulse, die sich ganz mühelos umsetzen lassen.

Genau das ist die 3. Kraft!

Es war auch so, dass mir oft davor grauste, an eine bestimmte Softwareaufgabe heranzugehen, wenn sie mir kompliziert erschien, weil es mir vor dem vermeintlich nötigen geistigen Kraftakt grauste. Ich schob das Vorhaben dann oftmals immer weiter vor mir her.

Als ich aber entdeckte, wie es wirklich geht, wurde alles ganz einfach: Ich musste nur vollkommen unangestrengt, meine Aufmerksamkeit auf etwas richten und jegliches Vorhaben - egal wie kompliziert es mir im Vorhinein erschien - begann sich zu entwickeln.

Jener geistige Kraftakt, jene vermeintlich nötige Anstrengung ist ein Gewaltakt gegen die Realität, wie sie wirklich ist. Die wahre Realität ist die 3. Kraft, welche alles mühelos wachsen lässt.

Das funktioniert für alles: Für Sachen, die man gerne tun möchte und genauso aber auch für Sachen, die man hasst oder aus purem Pflichtgefühl tun zu müssen glaubt.

Spielen bedeutet nun aber, die Aufmerksamkeit auf etwas zu richten, das man liebt.

Ich zum Beispiel liebe meine Musikinstrumente und ich liebe elektronische Sounds.

Als Kind hatte ich immer das Bedürfnis, mein Lieblingsspielzeug nachts ans Bett zu stellen oder am besten gleich mit ins Bett zu nehmen (was sich aber mit einem Fahrrad zum Beispiel nur schwer umsetzen lässt). Ich wollte es immer in der Nähe haben. Es machte mich glücklich, es einfach nur zu sehen oder anzufassen oder darüber zu streichen.

Und genau das ist die die Grundlage des Spielens, das wirklich ein Spielen ist.

Diese Liebe zu einer Sache bringt mühelos Neues hervor. Indem man seine Aufmerksamkeit dem widmet, was man wirklich liebt, beginnt spontan Neues zu entstehen. Bei mir genügt es oft schon, dass ich einfach nur meine Synthesizer einschalte, ein paar Sounds durchzappe und ein paar Töne spiele und wuups geht die Post ab und die Ideen sprudeln wie verrückt.

Das ist genau, wie Kinder spielen.

Und so kann man es auch in der Musik tun: Einfach das geliebte Musikinstrument zur Hand nehmen und die Klänge hervorbringen, die man liebt. Aus dieser Situation heraus beginnt sich die Realität (die 3. Kraft) lebendig, kraftvoll und reich zu entfalten. Dann kommen die richtig guten Einfälle, dann entstehen, die wirklich schönen Melodien und Akkord-Kombinationen.

Die klassische Herangehensweise im wissenschaftlichen Weltbild geht so:

Man denkt "Ich muss heute eine schöne Melodie erfinden." Man weiß aber eigentlich nicht so richtig, wie das gehen soll und das scheint auch ein sehr schwieriges und selten erfolgreiches Unterfangen zu sein. Das lässt die Lust dazu schon mal in den Keller sinken. OK, aber es muss ja sein.

Im wissenschaftlichen Weltbild ist das Hervorbringen von etwas Neuem von Wert immer ein eigentlich unangenehmer Kraftakt.

Das Wissen um die 3. Kraft - in diesem Fall in Form der Kreativität - lässt Neues in erstaunlicher Fülle vollkommen mühelos, wie von ganz allein entstehen.

"Wenn ich mich nicht anstrenge, passiert ja nichts von Bedeutung."

Das ist der Irrtum, der größer gar nicht sein könnte.

Das mit der Aufmerksamkeit und dem Wachsen lassen funktioniert absolut immer und für alles.

Aber Spielen ist die schönste Form, diese Kraft zu nutzen.

Natürlich sieht es nicht so aus, als wenn Kinder eine Sache, die sie lieben nur betrachten würden. Sie sind unglaublich lebendig aktiv.

Aber das "der geliebten Sache die Aufmerksamkeit widmen", ist ja auch nur der geistige Einstieg. Es ist, was man rational wissen muss, um überhaupt dahin zu kommen. Und dann beginnt das lebendige spontane Geschehen.

nächstes Kapitel: Fähigkeiten kommen von ganz allein (Kunst und Lernen)