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Einleitung

Künstlerische Betätigung spielt im gegenwärtigen menschlichen Leben eine eher untergeordnete Rolle. Das sieht man schon am Schulunterricht: 1 oder 2 Stunden Kunst und Musik pro Woche stehen 20-30 oder noch mehr Stunden in rationalen Pauk-Fächern gegenüber.

Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Einerseits ist vor lauter Geld verdienen und anderen Verpflichtungen für so etwas Nebensächliches keine Zeit, andererseits hat sich die Menschheit durch ihr Weltbild den Zugang zu künstlerischen Erfahrungen weitgehend verbaut. (Das gilt im übrigen auch für viele Profi-Künstler, die eher Produzenten als Künstler sind.)

Ich gebrauche hier den Begriff der Kunst in einem allgemeinen Sinne, der Musik, Tanz und alle Formen gestaltender Tätigkeit einschließt.

Kunst ist für ein erfülltes Leben ein absoluter Grundbaustein. Künstlerische Tätigkeit führt - richtig verstanden - zu geistigen Glücks- und Einheitszuständen, die anders nicht erreicht werden können und die so wesentlich, umfassend und tiefgehend sind, das ein Leben ohne diese Komponente immer unvollständig sein wird.

Viele Menschen sehen Kunst als etwas, das eher wenigen talentierten Exemplaren vorbehalten ist. Aber das Gegenteil ist der Fall. Es gibt Formen künstlerischen Ausdrucks, die so grundlegend wie essen, sprechen und schlafen sind - und das für JEDEN Menschen.

Wir werden nun eine nach der anderen die Hürden abbauen, welche Menschen davon abhalten, die Segnungen der Kunst zu erfahren. Ich beziehe mich dabei beispielhaft auf das Erlernen eines Musikinstruments. Aber die meisten Ideen lassen sich leicht auf andere Bereiche künstlerischer Tätigkeit und des Lebens überhaupt übertragen.

Der Zusammenhang zum Lernen ist dabei der Folgende:

Wenn man verstanden hat, was Kunst ist, hat man auch verstanden, was Lernen bedeutet.

Wenn man verstanden hat, was Spielen ist, hat man auch Kreativität verstanden.

Wenn man verstanden hat, was kreativ-schöpferisches Sein bedeutet, dann verschmelzen Kunst, Kreativität, Lernen, Spielen und Arbeit zu lediglich verschiedenen Aspekten der einen gleichen Sache.

nächstes Kapitel: Üben (Kunst und Lernen)