Diese Webseite verwendet Google Analytics zur Erfassung von Statistik-Daten in anonymisierter Form. Ein Personenbezug kann nicht hergestellt werden. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Zustimmen Ablehnen

Fehler als ganz normaler Bestandteil von Entwicklungsprozessen

Ganz am Anfang dieses Buches gab es einen wichtigen Gedanken:

Das gegenwärtige Leben der Menschen ist davon bestimmt, Dinge mit großen Anstrengungen erreichen zu wollen, die eigentlich mühelos gegeben sind.

Eine dieser eigentlich sinnlosen Anstrengungen bezieht sich darauf, Fehler zu vermeiden.

Warum versuchen Menschen Fehler zu vermeiden?

Es gibt folgende Gründe:

1. Fehler sind mit unangenehmen Gefühlen verbunden.
2. Fehler sind etwas, das eigentlich nicht hätte passieren dürfen.
3. Ein Fehler könnte so schlimm ausfallen, dass alles den Bach herunter geht.

Das sind typische Schlussfolgerungen des wissenschaftlichen Weltbildes. Sie zeugen von einem völligen Unverständnis davon, wie die Realität tatsächlich beschaffen ist und funktioniert.

Fehler sind ein ganz normaler Teil eines jeden Entwicklungsprozesses. Je unbekümmerter man sie einfach in Kauf und hinnimmt, um so schneller werden sie verschwinden.

Das Problem sind Extra-Anstrengungen, Fehler zu vermeiden.

Das richtige Vorgehen macht sich um Fehler im Vorhinein gar keine übertriebenen Gedanken, sondern legt vertrauensvoll und unbekümmert einfach los.

Ja, Fehler können unangenehme Gefühle auslösen. Diese Gefühle sind einer der Gründe, warum so krampfhaft versucht wird, Fehler zu vermeiden. Und wenn der Fehler passiert ist, werden genau diese Gefühle als erstes blockiert.

Aber diese Gefühle repräsentieren den eigentlichen Lernprozess, der tatsächlich bewirken würde, dass genau dieser Fehler irgendwann nicht mehr passiert. (Über die Bedeutung der Gefühle habe ich in meinem Buch "Inneres Wissen" ausführlich geschrieben und ich möchte das hier nicht wiederholen.)

Es entsteht folgende Situation:

Die übertriebenen Anstrengungen, Fehler zu vermeiden führen dazu, dass Fehler tendenziell eher zunehmen. Gleichzeitig findet der eigentliche Lernprozess, der zu einem wirklichen Verschwinden der Fehler führen würde, nicht statt.

Der richtige Umgang mit Fehlern ist der:

Ein unbekümmertes Herangehen, das sich um mögliche Fehler keine übertriebenen, sondern höchstens ein paar lockere Gedanken macht.

Treten Fehler dann auf, öffnet man sich der Situation und vor allem allen damit einhergehenden Gefühlen, auch wenn sie negativ sind.

Einer der Gründe, warum versucht wird, Fehler so krampfhaft zu vermeiden ist die Annahme:

"Es könnte das Allerschlimmste passieren."

Das ist eine typische Annahme einer wissenschaftlichen Weltsicht, welche von einer allein von Zufällen und Naturgesetzen regierten Welt ausgeht. Und es ist - was soll ich da noch lange drumherumreden - völliger Schwachsinn.

Wenn man einfach mal genau beobachtet, wird man feststellen, dass Fehler in den meisten Fällen "kleine Korrektur-Hinweise ohne großen Schaden" sind.

Die richtig großen Fehler mit den katastrophalen Auswirkungen fallen in die Kategorie "negative Erfahrungen" und sind die Folge eines falschen Verhaltens aufgrund eines falschen Weltbildes. (Auch das ein ausführliches Thema meines Buches "Inneres Wissen")

nächstes Kapitel: Das sinnlose Anhäufen von Wissen (Vision eines Bildungssystems)