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Mini-Problemchen

Viele dieser Problemschemas ziehen sich bis in allerkleinste Details des menschlichen Alltags hinein, in Dinge, die scheinbar eigentlich völlig unbedeutend sind und die man vielleicht gar nicht als Probleme benennen würde und die sich aber dennoch als kleine Einschränkungen der Freiheit auswachsen können. Dazu 2 Beispiele:

Ich trage im Sommer gern weiße Hosen. Als ich eines Sommers wieder damit anfing, ergab sich folgendes Problem: Ich kleckerte sie beim Essen ständig voll. Nicht so wie man das als normalen Effekt vielleicht kennt, sondern mindestens einmal am Tag und manchmal 2 und 3 Mal. Ich war nur noch am weiße Hosen waschen. Und es war so penetrant - ich kam mir fast veralbert vor: Nachdem ich zum Mittagessen schon eine Hose mit Bolognese auf dem Gewissen hatte, fiel mir zum Abendbrot das Wurstbrot mit Ketchup aus der Hand und auf die Hose.

Gleich als es anfing, setzte innerlich die Verallgemeinerung ein: "So kann das nicht weitergehen. Kann ich vielleicht gar keine weißen Hosen mehr anziehen?" und es kamen mir verschiedene Lösungsstrategien in den Sinn: Zu Hause könnte ich die Hosen zum Essen ausziehen und auswärts würde ich eben etwas darüberlegen. Oder ich sollte vielleicht nur noch weißes Essen zu mir nehmen (kleiner Scherz).

Der Witz ist aber, absolut überhaupt gar nichts zu unternehmen. Außer natürlich Hosen waschen. Aber keinerlei vorbeugende Maßnahmen und sich auch nicht im weiße Hosen tragen einschränken.

Das bedeutet, sich der Erfahrung zu stellen: Sich einfach weiter verhalten wie man will und die Erfahrung offen hinnehmen. Ich kleckerte also weiter und wusch fast täglich weiße Hosen.

Der absolut verblüffende Effekt ist, wie die Erfahrung vollkommen restlos verschwindet. Das Kleckern ging noch ein paar Tage weiter und danach habe ich den ganzen Sommer lang - also über mehrere Monate - nicht eine einzige Hose mehr bekleckert, obwohl ich nicht den Hauch eines Gedankens mehr daran verschwendet hatte.

Zweites Beispiel: Kalte Hände beim Spazierengehen im Winter

Ich versuchte alles Mögliche: Handschuhe anziehen oder Hände in die Jackentasche oder beides, Hände anspannen oder bewegen. Es half alles nichts. Mit der Zeit verstärkte es sich und begann richtig weh zu tun. Ich hatte die Theorie, wenn die Muskeln angespannt sind oder arbeiten müssen, würden die Hände warm werden. Ich ging schließlich nur noch mit in der Jackentasche geballten Fäusten spazieren. Die Theorie stimmte nicht.

Und da kam mir die Lösung: die Hände mitten in den Kälteschmerz hinein entspannen. Wenn man es noch nicht gewöhnt ist, Erfahrungen wirklich zu durchleben, staunt man immer wieder, wie intensiv durchlebte Erfahrungen werden können. Der Schmerz in den Händen wurde so stark, dass ich Angst bekam, es würde etwas kaputt gehen. Ich entspannte die Hände dennoch immer weiter. Etwa 10 Minuten später waren die Hände warm und kribbelten nur noch ein bisschen.
 



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